Historie

Bereits 1958 führten die Segelflieger aus dem nördlichen Saarland in Marpingen ‘Auf der Sang’ erste Landungen durch. Der Luftsportverein Kreis St. Wendel hatte ein Fluggelände gefunden, auf dem man sich in den ersten Jahren wegen seiner Sattelform und eines seitlichen Hügels durchaus als Flugpionier fühlen durfte. Der Startpunkt war von der Winde aus nicht zu sehen, dafür ermöglichte der Hügel nach der Landung das Rollen einer Umkehrkurve und eine Rückkehr zum Startpunkt ohne Rückholer.

Im Jahr 1963 begann der FSV Kreis St Wendel mit dem Erwerb des Geländes und dem Bau einer Halle mit Werkstatt.

Als 1969 der Flugplatz Ensheim zum Verkehrsflughafen ausgebaut war, wurde die Segelfliegerei dort eingestellt und die drei Vereine ASC Dudweiler, Akaflieg Saarbrücken und FSV Saarbrücken siedelten zum Vereinsfluggelände des FSV Kreis St. Wendel nach Marpingen über, das vom Aero-Club Saar angekauft wurde.

Seit 1970 wurden Pläne ausgearbeitet das Fluggelände in Marpingen so auszubauen, dass es sowohl den saarländischen Belangen als regionales Segelflugleistungszentrum als auch den Belangen des Bundes als Bundeszentrum für den Leistungssegelflug genügt.

Mit breiter Unterstützung der Bundesregierung, des Bundesausschusses  Leistungssport, der saarländischen Landesregierung, des Landessportverbandes für das Saarland, des Landkreises St. Wendel, der Gemeinde Marpingen und einer Pioniereinheit der US Airforce aus Ramstein konnte ab 1975 der Platz auf 200 m verbreitert, planiert und entsprechende Gebäude und Hallen erstellt werden. Es wurde ein Projekt von damals 6,5 Millionen DM geschaffen, wobei der Bund den Investitionsbedarf für die Hochbauten nur unter der Voraussetzung übernommen hatte, dass ein Teil der Kosten vom Aero-Club Saar als Eigenleistung aufgebracht und von saarländischer Seite die Trägerschaft übernommen wurde. Die in Marpingen beheimateten vier Vereine, vornehmlich der ortsansässige FSV Kreis St. Wendel, leisteten unzählige Arbeitsstunden um das Riesenunternehmen zu realisieren. Auf diese Weise war es möglich, dass ein geringer Mittelansatz ausreichte, um einen Sachwert in Millionenhöhe zu schaffen.

Es ist insbesondere dem dreifachen Segelflugweltmeister Prof. Dr. Helmut Reichmann zu verdanken, dass am 19.06.1981 vom saarländischen Kultusminister das ‘Landesleistungszentrum Segelflug mit Bundesnutzung’ in Marpingen offiziell seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Helmut Reichmann, der bis zu seinem Unfalltod einen Lehrauftrag für Segelflug am Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes innehatte, Prof. Dr. Mittelmeier, dem Mentor der Akaflieg Saarbrücken, Hugo Jordan, dem jetzigen Ehrenpräsidenten des AeCS und vielen ungenannten Helfern, deren Kinder sich heute z.T. für Luftfahrt und Luftssport einsetzen, ist es zu verdanken, dass das Zentrum erschaffen werden konnte. Den vielen Segelfliegern des saarländischen Landesverbandes des Deutschen Aero-Clubs ist es zu danken, dass das Zentrum bis heute mit überwiegend ehrenamtlichem Einsatz unterhalten werden kann.

Durch das Verständnis von Politikern und Behörden für eine Sportart, in der Deutschland weltweit an der Spitze steht, und durch den Einsatz vieler Sportkameraden, auch aus anderen Sportarten, konnte aus einer schmalen Wiese ein Segelflugleistungszentrum geschaffen werden, das landschaftlich herrlich und thermisch günstig auf einem Bergrücken gegenüber dem Wahrzeichen des nördlichen Saarlandes, dem Schaumberg, liegt und das durch die Vielzahl seiner Luftsportveranstaltungen und durch seinen Schöpfer Helmut Reichmann weltweit zum Aushängeschild des Saarlandes und des deutschen Luftsports geworden ist.